Breakaway – Prolog

„Wir brauchen etwas Neues. Ich habe genug von diesen Uni-Praktikanten. Die sind alle gleich. Keiner von denen hat wirklich großes Talent. Keiner von denen ist auch nur ansatzweise innovativ.“ David nahm einen großen Schluck Kaffee aus einer großen blauen Tasse, die vor ihm stand. „Aber was?“, fragte Jim, der wie üblich mit seinem Stift in den Fingern hin und her wippte. David und Jim saßen mit 4 weiteren Mitarbeitern von Capitol Records im Konferenzraum der Firma. Er war stellvertretender Leiter der Grafikabteilung, 32 Jahre alt, schlank, 1,90 groß und hatte dunkel gewelltes Haar. Außerdem trug er einen 3-Tage Bart. David lief meisten in einem Polo-Shirt, einer Chino-Hose und Sneakers durch die Gegend. Jim hingegen war eher konservativ in einem Anzug aus den 90ern gekleidet. Meistens trug er eine Krawatte mit einem bunten Muster. Er war 49 Jahre alt und somit auch der älteste der Abteilung. Jim trug lichtes, ausgeblichenes Haar. Als Leiter der Grafikabteilung saß er am Kopf des Tisches. Vor ihm lag ein Block mit Kritzeleien und ein paar Stiften. Sie waren gerade dabei über die Praktikumsvergabe zu diskutieren. Einer der Mitarbeiter tippte wild auf seinem Laptop herum. Ein anderer drehte sich mit seinem Drehstuhl hin und her. Die beiden anderen saßen einfach nur regungslos da und starrten auf den Tisch, als suchten sie dort nach der idealen Antwort. Nach einem langen Moment der Stille ergriff David das Wort. „Ich hab’s!“, rief er euphorisch. „Wir machen ein Preisausschreiben. Der Gewinn wird ein Praktikum bei uns sein. Das Ausschreiben geht nur an Schülerinnen und Schüler.“ „Und was sollen die Teilnehmer tun, um zu gewinnen?“, fragte Jim kritisch. David überlegte. „Ich soll als nächstes das Cover für das neue Blue Ocean Album entwerfen. Das ist die Idee. Die Schüler erstellen das. Und das Beste gewinnt.“ Ein weiterer Mitarbeiter beteiligte sich an der Diskussion (anscheinend hatte er etwas auf dem Tisch entdeckt). „Wir könnten das Preisausschreiben in die ganze Welt tragen. So würden wir eine breite Masse erreichen.“ „Das ist eine super Idee!“ David zeigte mit einem Finger auf den Mitarbeiter. „Wir holen uns die besten Köpfe aus der ganzen Welt!“ Jim überlegte. Er war von der Idee noch nicht ganz begeistert. David hingegen fing schon an den Plan in die Tat umzusetzen, indem er auf eine Flipchart schrieb, was alles für das Preisausschreiben benötigt wird. „Glaubst du wirklich, du bekommst dadurch einen besseren Praktikanten als die jungen Studenten?“, fragte Jim und unterbrach David in seiner Planung. „Ja klar.“, entgegnete David ihm selbstsicher. „Und nicht nur das. Wie viele Menschen aus der ganzen Welt schreiben uns um ein Praktikum bei uns bekommen, nur damit sie ihrer Lieblingsband näherkommen können? Unserem Image kommt das auch zugute. Das würde die Verkaufszahlen in die Höhe treiben.“ Jim rieb sich mit den Fingern am Kinn während er überlegte. David wusste jedoch, dass er ihn mit den Verkaufszahlen überzeugt hatte. Jim war mehr an Zahlen interessiert und das wusste David nur zu gut. „Gut wir machen es.“, gab Jim zurück. „Aber wir nehmen auch ein paar andere Musiker mit ins Konzept.“ „Klar, wir gucken welche Band noch in Frage kommt.“ „Und spricht das mit den Bands ab. Ich denke nicht, dass sie ablehnen werden, schließlich springt für sie auch eine Menge raus, verbessertes Image, steigende Verkaufszahlen des Albums, und und und.“ Jim packte sein Notizblock und seine Stifte und stand auf. „Die Details könnt ihr ja ausarbeiten. Ich muss mich jetzt mit der neuen Personalchefin treffen. Hab gehört, sie hat bei ihrem letzten Arbeitgeber 50 Mitarbeiter eingespart. Mal sehen was sie hier will.“ Er verabschiedete sich und ging aus dem Raum. David drehte sich wieder zur Flipchart. „Wer kümmert sich um das Design des Preisausschreibens?“, fragte er in die Runde. „Wir können ja ein Preisausschreiben machen.“, bemerkte einer der Mitarbeiter in einem sarkastischen Unterton. David ignorierte seine Bemerkung. „Warren, übernehmt ihr das?“, fragte er, ohne die Antwort abzuwarten. „Und Jerry ihr kümmert euch um die Werbung.“ David schrieb wieder auf der Flipchart. Die Planung ging noch eine ganze Weile. Am Ende war David sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Jetzt müssen wir nur noch alles fertig machen und es in Welt streuen, dachte er sich und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch. Voller Tatendrang schnappte er sich das Telefon und rief Bryan von Blue Ocean an.

Hinterlasse einen Kommentar