Eine Fahrt nach Amsterdam und einen 10 Stunden Flug später waren wir in Curacao, der sogenannten „Dutch Caribbean“ (auf dt.: Karibik der Niederlanden)! Die 444 Quadratmeter große Insel gehört zu den Niederländischen Antillen. Auf der Insel wird viel Holländisch gesprochen. Die Einheimischen jedoch haben eine eigene Sprache entwickelt: Papiamento. Es ist eine Mischung aus Holländisch, Spanisch und Afrikanisch und findet ihren Ursprung im 17. Jahrhundert. Curacao war bis 1863 das Zentrum des Sklavenhandel in der Karibik. Eine Gedenktafel nahe der Flamingo Area erinnert an diese Zeit.

Auf der sehr lang gezogenen Insel gibt es zwei Landschafts- und Klimabereiche in die es die Insel einzuteilen gilt. Zum einen gibt es die weißen Sandstrände mit dem türkisfarbenen Wasser, in dem Fische und Schildkröten sich sehr wohlfühlen. Hier scheint meistens die Sonne und es ist hin und wieder etwas windig. In der Hauptstadt Willemstad ist ebenfalls ein Klima wie dieses vorzufinden. Der zweite Bereich liegt im Nordwesten der Insel. Der Christoffel Park und sein umliegendes Gebiet strotzt nur so von feucht schwüler Hitze. Hier regnet es auch öfter Mal. Ich durfte mir von beiden Teilen des Landes einen guten Einblick verschaffen und werde euch diese nun vorstellen.
Am ersten Tag bekamen wir gleich unseren Leihwagen: Einen kleinen, etwas älteren aber gut gepflegten Van. Damit machten wir uns direkt auf die Suche nach den schönen weißen Sandstränden wie sie auf Fotos und in Prospekten zu sehen sind. Ohne Karte sollte man allerdings nicht losfahren (Google Maps ist nicht sehr hilfreich, wenn man die Namen der Strände nicht kennt). Nach ein paar Stunden und unzähligem Verfahren durch sozial schwächere Gegenden kamen wir am Santa Barbara Beach Ressort an. Für den Strand muss man 15 Dollar bezahlen, kann diese dann aber als Verzehr-Gutschein nutzen. Es hat sich wirklich gelohnt. Der Strand ist so gut wie Menschenleer. Nur ein paar aus dem Hotel sind dort anzutreffen. Der Bereich zum Schwimmen und Schnorcheln geht nicht weit raus, ist aber großflächig in die Länge gezogen. Ein Steg trennt die Badezone von dem Bereich in dem die Boote auf das offene Meer zusteuern. Im Wasser schwimmen viele kleine Fische. Sie tun einem nichts. Steht man im Wasser, schwimmen sie um einen herum. Ich hab natürlich sofort meine GoPro heraus geholt und bin schnorcheln gegangen. Es war einfach nur traumhaft!
Curacao ist eine aufregende und paradiesische Insel. Die Hauptstadt Willemstad beherbergt wunderbare im Kolonial-Stil gebaute Häuser. Viele sind sehr gut erhalten, wie zum Beispiel die Häuser neben der „Königin Emma Brücke“ (s. Foto oben). Das ist auch eines der Wahrzeichen von Curacao. Es gibt aber auch einige, baufällige Objekte. So fanden wir auf dem „Pietermaai“ zwei wunderschöne kleine Villen. Sie stehen kurz vor dem Verfall, hatten aber dennoch ihren Charme nicht verloren. Die beiden Häuser stehen unter Denkmalschutz und dürfen nicht abgerissen werden. Die Regierung hat aber nicht genügend Geld um die Häuser zu restaurieren. Kaufen möchte sie scheinbar auch niemand (ich würde es sofort machen, wenn ich genügend Geld hätte ;)). Die untere Fensterfront ist zugemauert, damit das Gebäude nicht in sich zusammen fällt. In einem der Häuser lebt ein Mann mit vielen streuenden Tieren. Die Arbeitslosigkeit hat ihn heimgesucht und so lebt er in einem dieser baufälligen Gebäude. Er versucht sich übers Wasser zu halten, in dem er kleine Dinge, wie alte Möbelstücke oder selbst gebastelte Sachen verkauft. Das Leben auf der Insel ist nicht für jeden genießbar. Wer die Insel mit all ihren Facetten kennenlernen möchte, darf solche Augenblicke nicht an sich vorbeiziehen lassen.
Die beiden Stadtteile Punda und Otrabanda der Hauptstadt Willemstad werden von einem weiteren Wahrzeichen verbunden. Der „Königin Emma Brücke“. Eine schwimmende Brücke, die auf kleinen Schiffen schwebt und Schiffe durchlassen kann. Diese Brücke ist nur zu Fuß begehbar. Wer mit dem Auto über den „Sint Anabaai“ möchte, nimmt die „Königin Juliana Brücke, eine 56 Meter hohe Autobrücke bei der man die farbenfrohe Stadt von oben betrachten kann.

Königin Emma Brücke
Ein Ausflug in den Christoffel Park muss man unbedingt gemacht haben, wenn man auf Curacao ist. Wir haben die offizielle Route um den Berg genommen. Es gibt auch einen Wanderweg, in höhere Gebiete, der aber nur bis 11 Uhr morgen begehbar ist, da es sonst zu schwül ist und die Menschen umkippen könnten. Die Landschaft des Park erinnert eher an eine Wüste in Mexico als an eine karibische Insel. Es gibt verschiedene Arten von Kakteen, einige davon sind schon ausgetrocknet, und Sträucher, die nur in dem feucht warmen Klima existieren. Der Ort ist sehr ruhig, nur hin und wieder hört man das rascheln der vorbeihuschenden Salamander. Auch Leguane leben dort aber man sieht sie nur selten. Als wir dort waren, hatte ich das Gefühl in einer toten Umgebung zu sein. Die alten, braunen Kakteen und die Stille wirkten auf mich wie ein Stillleben. kaum etwas bewegt sich. Und doch ist der Ort so eindrucksvoll und prächtig, dass man dort hätte stundenlang sitzen können und einfach nur die Landschaft beobachten.

Christoffel Park
An unserem letzten Tag auf Curacao wollten wir unseren Van nochmal so richtig dreckig machen und abseits der Wege die Landschaft erkunden. Ein Bootskapitän zeigte uns eine Offroad-Route, bei der man die rostige mit Kakteen und Felsen gefüllte Landschaft und die Brandungen am Meer beobachten konnte. Der Weg ist nicht eingezeichnet und für Touristen unauffindbar. Die Strecke ist etwas holprig und es gibt keinen Weg der einen zu einem bestimmten Ziel führt. Doch Fahrspaß hat man dort mehr als genug. Am Ende mussten wir unser Auto waschen lassen, da es ein paar Mal geregnet hatte und sich der Matsch an unser Auto geklebt hat. Wer also ein wenig Action und Erholung in einem Urlaub haben möchte, sollte Curacao unbedingt anpeilen. Der Urlaub hat sich auf jeden Fall gelohnt.